Sollt ich meinem Gott nicht singen?

 

Die für den Kirchhof geplante Brass-Serenade des Posaunenchores musste in diesem Jahr wegen der Launen der Wetterhexe in der Andreaskirche stattfinden. „Gut für die Zuhörer“, tröstete Dirigent Thomas Sareika dieselben. In der Kirche kommt der Zuhörer nämlich in den Genuss des ganzen Klangs des Posaunenchores, den er nun schon seit 17 Jahren dirigiert. Tatsächlich präsentierte sich der Posaunenchor -wie die vielen Besucher sicher auch erwartet haben- vielseitig und zog mit einem abwechslungsreichen Programm alle Register seiner Klangmöglicheiten. Ob Gospel, neue und alte Kirchenlieder, Filmmusik, Blues Brothers oder Glenn Millers Chattanooga cho cho, mal mit, mal ohne Schlagzeug: es machte Spaß zuzuhören! Thomas Sareika ist nämlich nicht nur Dirigent und Seele des Posaunenchores, sondern auch ein Moderator, der gekonnt durch das Programm führte. Und er feiert in diesem Jahr ein 50jähriges Bläserjubiläum. Das nahm der Chor zum Anlass, seinem Dirigenten zu danken. „Er gibt uns das Kostbarste, was ein Mensch zu geben hat, seine Lebenszeit.“ Darin fasste Matthias Hüeber in einem Satz den Dank des Posaunenchores zusammen. In Anlehnung an das kostbare Nardenöl, das Maria Magdalena über Jesus goss, sei auch die Arbeit von Thomas Sareika keineswegs verlorene Mühe, denn mit jedem Jungbläser „duftet es wieder“ und die Arbeit trage Früchte. Und zwar reichlich, denn knapp die Hälfte des Posaunenchores sind junge Bläser bis 18 Jahre. Vier von ihnen sind schon zehn Jahre im Posaunenchor: Jan Fano, Silas Hüeber, Paul Lichtenauer und Robin Schenk. Simon Traub, stellvertretender Bezirksposaunenwart des Bläserbezirks Nürtingen überreichte ihnen ebenso wie ihrem Dirigenten als Anerkennung eine Urkunde. „Die Musik kommt aus Ihrem Herzen; das spüren die Zuhörer und so kommt Ihre Musik auch in ihren Herzen an“, so formulierte Pfarrer Moskaliuk den Dank der Kirchengemeinde für ihren Chorleiter. Die Triebfeder für seine Arbeit liege in einem Choral von Johann Sebastian Bach, meinte Thomas Sareika. „Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut er's mit mir mein´.“ Er zitierte sein Lebensmotto und seine Bläser intonierten es als Dank. Ein Motto, unter das auch die Bläser ihre Arbeit stellen. Mit dem Klassiker „Funky Walking“ entließen sie ihre Zuhörer in einen Ständerling mit leckeren Snacks, Getränken, anregenden Begegnungen und Gesprächen ins Freie – solch runden Posaunenklängen kann sich offensichtlich auch eine Wetterhexe nicht verschließen!